Hurra!!! Unser Hauptradwegenetz ist endlich fertig und wir haben es am 05.05.2021 an den Bürgermeister und die Stadtverwaltung überreicht. Jetzt gilt es die Umsetzung streng im Auge zu behalten und zu unterstützen wo es geht.

Ein Radwegenetz für Mainz

Im Rahmen des Projekts Mapathon wurde für die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit über 120 Radfahrer*innen der Stadt und Fahrrad-nahen Vereinen ein Radwegenetz konzipiert.

Dieses wurde den politisch Verantwortlichen sowie der Stadtverwaltung am  05.05.2021 übergeben. Das Radwegenetz soll dem Anspruch einer sicheren, komfortablen und intuitiven Radinfrastruktur für alle Nutzer*innen (egal ob jung, alt, Familie, Tourist, Pendler oder Gelegenheitsfahrer*in) genügen.

Durch die Beteiligung und Unterstützung der Bevölkerung können einerseits viele Wünsche und Erfahrungen einfließen. Anderseits, erwarten wir, dass in der Politik und Verwaltung die Relevanz eines Radwegenetzes erkannt wird, der abschließende Vorschlag des Radwegenetzes aufgegriffen wird und als Grundlage oder Referenz für weitere Planungen dienen kann. Lasst uns Mainz zu einer Fahrradstadt machen!

Weder Radnetze noch Straßenbahnnetze sollten Lücken in Verbindungen aufweisen.

Radwege sind kein Stückwerk!

Es gibt aktuell sehr viele gute Argumente für die Planung eines Radwegenetzes in Mainz:

  • Durch ein geschlossenes Radwegenetz wird das Radfahren in Mainz deutlich attraktiver. Nur durch ein durchdachtes Radwegenetz können schon bestehende Verbindungen auf zukünftige Verbindungen  abgestimmt werden. Bei anfallenden Baumaßnahmen sollen die Bedürfnisse für zukünftige Radverbindungen bereits berücksichtigt werden.
  • Es ermöglicht eine durchgängige und sinnvolle Beschilderung von Zielen in der Stadt.
  • Die Bunderegierung hat die Vorteile eines Radwegenetzes im Rahmen des Klimapaketes erkannt und fördert deshalb die „Realisierung von Radwegenetzen“ (Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung, Punkt 3.4.3.3 Seite 69)
  • Für die Stadt Mainz existiert derzeit (zumindest öffentlich) weder eine aktuelle Karte mit eingezeichneten Radverbindungen, noch ein Plan für ein zukünftiges Radwegenetz.
    Mit dem Mapathon haben wir alle gemeinsam die Chance ein solches zu entwerfen und den Radverkehr in Mainz nachhaltig mitzugestalten.
Was ist Mapathon?

In dem Wort „Mapathon“ verbergen sich die beiden wichtigsten Eigenschaften des Projektes. Diese sind das Thema Karte (engl. „Map“), sowie das Vorhaben, gemeinsam möglichst schnell etwas zu erreichen („Marathon“, „Hackathon“).

Die Idee Fahrradnetze im Rahmen eines Mapathon-Projektes zu entwickeln wurde von der Bundeszentrale des ADFC im Jahr 2020 ausgearbeitet. In Mainz haben daraufhin einige Engagierte der Ortsgruppe des ADFC Mainz-Bingen im Dezember 2020 das Projekt gestartet.

 

Wer steckt dahinter?

Das Projekt „Mapathon“ wird gemeinsam von dem neu-gegründeten Mainzer Radfahrforum getragen. Mit dabei sind somit die Verkehrsverbände  Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) Mainz-Bingen e.V. und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Rheinhessen e.V. sowie die Umweltorganisationen Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Mainz-Stadt , Greenpeace Mainz-Wiesbaden, der NABU – Naturschutzbund Mainz und Umgebung e.V., Scientists4Future Mainz und Parents for Future Mainz.

Die Leitung des Projektes liegt dabei in den Händen des ADFC Mainz-Bingen, welcher das Projekt im Dezember 2020 gestartet hat.

 

Wie funktioniert das Projekt Mapathon?

Das Projekt Mapathon läuft insgesamt in vier Phasen ab.

In der ersten Phase „Vorbereitung“ werden die Verantwortlichkeiten geklärt und die Voraussetzungen für das Projekt geschaffen. Anschließend finden in der zweiten Phase „Mapathon“ Sitzungen mit verschiedenen Teilnehmer*innen statt, um gemeinsam die Karte eines Radwegenetzes zu entwerfen bzw. immer weiter zu verbessern. Hierbei werden Sitzungen mit den beteiligten Organisationen sowie öffentliche Sitzungen veranstaltet. In der dritten Phase werden die vorläufigen Ergebnisse präsentiert und Feedback von allen Mapathon-Interessierten wird aufgenommen und eingearbeitet. In der abschließenden vierten Phase werden die Ergebnisse veröffentlicht und an die Stadt-Politik übergeben.

Wir haben die vier Phasen mittlerweile abgeschlossen und die Ergebnisse der Stadtverwaltung ausgehändigt. Nun liegt es im wahrsten Sinne des Worte in der Hand der Stadt das Radwegenetz umzusetzen.

Ganz fertig ist das Projekt aber natürlich noch nicht, denn die Radverbindungen sind in der Stadt ja noch nicht zu sehen. Jetzt geht es darum die Umsetzung zu beobachten und die Stadt bei der Umsetzung zu unterstützen.

Die Ergebnisse stehen unter Materialien zum Download zur Verfügung.

 

Eine Karte sagt mehr als 1000 Worte

Ein Radwegenetz lässt sich am besten anhand einer Karte darstellen – als ausformulierter Text würde es sicherlich mehrere hundert Seiten lang sein. Wir nutzen deshalb das online-tool uMap, welches auf openstreetmaps beruht. Dort werden alle wichtigen Ziele und Quellen in eine Karte von Mainz eingetragen und die im Vorfeld in unserem Team besprochenen notwendigen Radverbindungen gekennzeichnet.

Da an dieser Karte sehr viele Mainzer*innen gemeinsam arbeiteten, wurden recht klare Regelungen bezüglich der Eintragungen getroffen. Alle Definitionen und Kriterien an Verbindungen und Ziele werden auf der Seite der Karte noch einmal präzise dargestellt.

Zum aktuellen Stand der Karte gelangen Sie hier.
Wenn Sie Anregungen zur Karte haben, so freuen wir uns jederzeit über eine Nachricht an mapathon@adfc-mainz.de.

 

 

Ausschnitt der Mapathon Karte
 
Wie soll Radinfrastruktur gestaltet sein?

Das wichtigste an Radverbindungen ist, dass sie gerne und viel genutzt werden – denn damit wird der Radverkehr gefördert. Damit Radwege gerne genutzt werden, müssen sie vor allem Sicherheit, Direktheit und Komfort bieten. Genauer, sollten folgende Punkte eingehalten werden:

  • Sicherheit:
    • Fahrräder, Fußgänger*innen und Kfz-Fahrzeuge sollen getrennt geführt werden. Eine gemeinsame Führung ist nur sinnvoll, wenn folgende 4 Bedingungen gleichzeitig gegeben sind:
      • Es herrscht ein Tempolimit von max. 30km/h
      • Es herrscht ein geringes Verkehrsaufkommen
      • Deutliche Kennzeichnung, dass Fahrräder auf der Straße fahren (z.B. durch Fahrradstraße-Beschilderung oder Piktogramme) sind vorhanden
      • Parkende Autos gefährden Radfahrer*innen nicht
    • Kreuzungen sind sicher gestaltet
    • Strecken, die häufig nachts befahren werden, sind beleuchtet
  • Direktheit:
    • Routen werden direkt d.h. ohne Umwege geführt
    • Routen sind lückenlos gestaltet
    • Routen sind durchgehend beschildert
  • Komfort:
    • Breite dem Verkehrsaufkommen angemessen
    • Sicherer Belag, ohne Wurzeln und Schlaglöcher

Mit Radfahrstreifen, getrennten Radwegen, Fahrradstraßen oder Fahrradbrücken/-tunnels gibt es diverse Möglichkeiten Radinfrastruktur attraktiv zu gestalten. Je nach Verkehrsaufkommen, Budget und Platz muss die beste Lösung gefunden werden. Dies ist die Aufgabe der Stadt(-verwaltung) und professioneller Planer*innen, jedoch nicht Bestandteil des Mapathons. Für detaillierte Erläuterungen zu einer attraktiven Radinfrastruktur verweisen wir auf das Booklet „So geht Verkehrswende“ des ADFC Bundesverbandes.

Welche Strecken haben die höchste Priorität bei der Umsetzung?

Eine Priorisierung der Strecken, welche im Rahmen des Mapathon Projektes konzipiert werden, ist nicht ganz einfach, da verschiedene Aspekte zu einer Beurteilung  herangezogen werden müssen. Der wichtigste Aspekt ist hierbei die heutige Auslastung und künftig erwartete Auslastung der Verbindung. Umso mehr Radfahrer*innen die Verbindung nutzen desto größer ist auch die Dringlichkeit. Aber auch andere Aspekte spielen eine Rolle. Beispielsweise gesetzliche Vorgaben oder der Aufwand  zur Umgestaltung der Verbindungen. Aus diesen Gründen ist auch die Priorisierung der einzelnen Strecke nicht die Aufgabe des Mapathons, sondern muss von Experten in Zusammenarbeit mit Bürger*innen und der Verwaltung vorgenommen werden.